Renault Twingo: Die Geschichte

Paris im Oktober 1992: Die Fachwelt strömt zum Parc des Expositions an der Porte de Versailles, wo die „Mondial de l’Automobile“ ihre Tore öffnet. Die Expertenschar ist gespannt, was die französischen Hersteller bei ihrem traditionellen Heimspiel an Neuigkeiten auffahren, und sie wird nicht enttäuscht: Auf dem Stand von Renault rollt ein Auto ins Rampenlicht, wie es bislang noch keines gab, ein Modell, das so gar nicht ins gängige Bild vom Kleinwagen passt.

TWINGO:
DAS GESICHT
IN DER MENGE.

 

1992:
Umjubeltes Debüt auf dem Pariser Automobilsalon.
1993:
Erfolgreicher Verkaufsstart in Deutschland.
1997:
Der Twingo wird Stückzahl-Millionär.
2007:
Der Nachfolger geht an den Start.

 

Auf den ersten Blick sieht er aus wie ein geschrumpfter Van. Motor-, Fahrgast- und Kofferraum bilden eine Einheit, ganz wie beim großen Bruder Espace. Der hat acht Jahre zuvor die Klasse der Großraumlimousinen in Europa begründet und in den Folgejahren Verkaufsrekord auf Verkaufsrekord eingefahren.

RENAULT
HAT WIEDER ALLES GEWAGT.

Dazu grinst der Winzling die Messebesucher aus zwei großen, freundlich blickenden Scheinwerfern an, eine Interpretation des „Kindchenschemas“, die sofort Sympathien weckt. Der Name des selbstbewussten Kleinwagens verheißt Schwung, Fröhlichkeit und Pfiff: Twingo. Kein Zweifel, Renault hat wieder einmal alles gewagt. Doch wird das mutige Konzept auch gewinnen?

SPASSWAGEN
MIT GUTEM PLATZANGEBOT.

Eventuelle Befürchtungen erweisen sich als unbegründet. Seinen ersten wichtigen Sieg landet der Twingo noch auf der Messe bei der Presse. Die Journalisten sind schlichtweg begeistert von der französischen Automobil-Revolution. Vor allem das intelligente Raumkonzept hat es ihnen angetan.

Das Unikum ist zwar nur 3,43 Meter lang, trotzdem bietet es Platz in Hülle und Fülle.

Möglich machen dies zum einen die überdurchschnittliche Breite von 1,63 Metern und die stolze Höhe von 1,42 Metern. Zum anderen haben die Designer die Räder des Twingo gleichsam in die „Ecken“ der One-Box-Karosserie gerückt. Ergebnis der Operation ist ein üppiger Radstand von 2,34 Metern. Um auch für yoga-unerfahrene Hinterbänkler das Einsteigen so bequem wie möglich zu gestalten, verfügt der Kleinwagen obendrein über ein Paar extrabreiter Türen.

VORBILDLICH:
DIE VERSCHIEBBARE RÜCKSITZBANK.

Besonderer Clou ist die um 170 Millimeter in Längsrichtung verschiebbare Rücksitzbank. Je nach Einsatzzweck stehen damit üppiger Fußraum im Fond oder ein großzügiges Ladevolumen von 261 Litern zur Verfügung. Bei umgeklappter Sitzbank wird der Straßenfloh mit sensationellen 955 Liter Kofferraum sogar umzugstauglich.

HERZENSBRECHER:
GENIAL UND FRÖHLICH.

Der Twingo ist aber nicht nur praktisch, er ist auch das „Gesicht in der Menge“. Damit trifft er voll den Nerv seiner Zeit. Die 90er-Jahre stehen für Lebensgenuss und Individualismus. Die Spaß-Gesellschaft startet durch. Genialität und Fröhlichkeit vermittelt auch der Twingo. Von Anfang an setzt Renault bei dem kompakten Monospace deshalb auf frische Farben und lebhaft gemusterte Polsterstoffe. Zahlreiche Sondermodelle, die in ihren Interieurs aktuelle Modetrends aufgreifen, werden in den kommenden Jahren ein Übriges tun, um den Twingo als Trendmobil in den Köpfen und Herzen der Käufer zu verankern. Kurzum: Seine Schöpfer geben dem Twingo alle Gene zum Herzensbrecher mit.

FRECH
BIS INS DETAIL.

Auch bei den Instrumenten hält sich der Twingo ganz und gar nicht an Konventionen. Hier frönen die Renault Designer bestem französischem Futurismus. Den klassischen Rundtacho sucht das Auge vergeblich. Ihn ersetzt eine zentral platzierte, digitale Kombianzeige auf der Oberseite des Armaturenträgers. Sie integriert Tachometer, Tages- und Gesamt-Kilometerzähler, Digitaluhr, und Tankanzeige. Ein zweiter „Sichtschlitz“ mit Funktions- und Warnleuchten befindet sich dort, wo bei „normalen“ Fahrzeugen der Tacho sitzt: im Sichtfeld des Fahrers hinter dem Lenkrad. Doch was ist schon normal an diesem so erfrischend anderen Auto? Einen farbigen und witzigen Akzent setzt sogar die freche Kugel für den Warnblinker über der Mittelkonsole.

Das Twingo-Konzept ist so genial, dass der Kompaktwagen bis Ende 2006 äußerlich nahezu unverändert 2,42 Millionen Mal vom Band läuft. Vor allem Frauen erliegen den Verführungskünsten des frechen Galliers, wie die Statistik belegt: Rund zwei Drittel der Twingo-Kundschaft ist weiblich. Doch auch die Männer können sich seinem Charme spätestens dann nicht mehr entziehen, wenn sie in der City mühelos einen Parkplatz gefunden haben.

HEISSE NUMMER
BEI EINSTEIGERN.

So knallig der Twingo außen und innen auch daherkommt, bis auf Lackfarben und Polsterstoffe bleibt den Käufern der ersten Stunde die Qual der Wahl verwehrt: Für den neuen Hingucker auf Europas Straßen gibt es jeweils nur eine Karosserievariante, einen Motor und eine Ausstattung. Eher übersichtlich ist beim Verkaufsstart in Deutschland 1993 auch die Liste der Extras. Das Programm umfasst lediglich eine Klimaanlage und das verstärkte, zweilagige Faltdach. In komplett geöffnetem Zustand vermittelt es beinahe schon Cabrio-Feeling und steigert den Twingo-Spaß mit einer Frischluftbrise noch beträchtlich. Als ganz heiße Nummer gilt dagegen der Basispreis von 16.000 Mark (8.180 Euro) nicht nur bei Einsteigern und Zweitwagen-Käufern. 14 Jahre später, am Ende seiner Modellkarriere, kostet die günstigste Variante des Twingo der ersten Generation trotz weitaus üppigerer Serienausstattung noch immer lediglich 9.200 Euro. Dafür kann man sogar ein Navigationssystem und diverse andere praktische und luxuriöse Extras ordern.

Mit seinem 40 kW/55 PS starken 1,2-Liter-Vierzylinder kann sich der freche Kompaktwagen 1993 mühelos durch sein bevorzugtes Revier schlängeln: den Stadtverkehr. Und mit seiner Höchstgeschwindigkeit von 150 km/h hält er auch mühelos auf der Autobahn mit. Zum Vergleich: Der später lieferbare 75-PS-Motor ist sogar gut für 168 „Sachen“. Also doch übertriebener Luxus? Keineswegs, denn der moderne 1.2 16V verlangt trotz der 20 zusätzlichen Pferde weniger „Futter“, nämlich lediglich 5,9 statt 6,9 Liter pro 100 Kilometer (Gesamtverbrauch nach 99/100/EG) – ein Verdienst der ökono­mischen Vierventiltechnik.

1994:
DIE ERSTE HERBST-KOLLEKTION STEHT BEREIT.

Zurück zum Ur-Twingo: Nachdem sich in nur einem Jahr seit Verkaufsstart bereits eine Viertelmillion Käufer in Europa für den kleinen Renault entschieden hat, steht im September 1994 der erste Besuch im „Modestudio“ auf dem Plan. Um immer up to date zu bleiben, gibt Renault bekannt, alle zwei Jahre eine neue Twingo-Kollektion herauszubringen und das Erscheinungsbild von Stoffen, Farben und Accessoires an den aktuellsten Trends zu orientieren. Der Kleinwagen wird zum Botschafter des französischen Chics.

ALLES EASY IM „EASY“
MIT AUTOMATISCHEM KUPPLUNGS-SYSTEM.

Den Anfang macht der Twingo Easy mit neuem Polsterstoff und dem umfassenden Elektrikpaket (Fensterheber, Außenspiegel, Zentralverriegelung mit Fernbedienung). Wichtigste Neuheit ist indes sein automatisches Kupplungssystem. Anstelle des Fußpedals übernimmt eine Servo-Kupplung dessen Funktion, der linke Fuß hat nach dem Einsteigen Pause. Im Fußraum finden sich nur zwei Pedale: Gas und Bremse. Ausgelöst wird die Servokupplung durch Betätigen des Schalthebels, der Twingo-Easy-Fahrer legt die Gänge nach wie vor per Hand ein.

Mit der Easy-Technik kann der kleine Flitzer seine Vorteile im Stadtverkehr noch souveräner ausspielen. Insbesondere Stop-and-go-Passagen verlieren viel von ihrem Schrecken. Weiterer Vorteil des Systems: Anders als bei konventionellen halbautomatischen Lösungen bleiben Fahrleistungen und Kraftstoffverbrauch unverändert. Das aktuelle Quickshift-5-Getriebe pflegt übrigens die gleichen Tugenden, hat aber noch ein paar andere Tricks drauf – doch dazu später mehr.

1996:
NEUER MOTOR UND GETRIEBE-AUTOMATIK.

Der Twingo fährt weiter frech auf der Erfolgsspur. Bis Sommer 1996 baut Renault 800.000 Exemplare. Im September präsentiert das Unternehmen ein gründlich überarbeitetes Modell. Dabei handelt es sich um kein simples Facelift, es geht vielmehr an die Substanz. Unter dem Blech hat Renault den Trendsetter gründlich modifiziert, allem voran mit einem neuen Motor. Der so genannte Econ-Vierzylinder verfügt mit 1,2 Liter Hubraum und 40 kW/55 PS zwar über dieselben Eckdaten wie sein Vorgänger, doch das völlig neue Aggregat ist deutlich leichter, kompakter und umweltfreundlicher. Kennzeichen des nur 85 Kilogramm schweren Triebwerks sind die oben liegende Nockenwelle und der Zylinderkopf aus Aluminium. Der Motor übertrifft die bisherige Twingo-Maschine vor allem in puncto Laufruhe und Sparsamkeit. So liegt der Kraftstoffverbrauch jetzt bei 6,0 Litern pro 100 Kilometer. Das maximale Drehmoment steigt von 90 auf 93 Newtonmeter.

Zusätzlich zum Fünfgang-Schaltgetriebe und der Servokupplung für die manuelle Schaltbox des Twingo Easy wartet der knuffige Renault auch mit einem Dreigang-Automatikgetriebe auf. Die Komfortversion mit hydraulischem Drehmoment-Wandler hört auf den Namen TwingoMatic.

UMFANGREICHES SICHERHEITS-PAKET.
SERIENMÄSSIG.

Außerdem schnürt Renault für den Kleinwagen ein umfassendes Sicherheitspaket. Es umfasst serienmäßig zwei Airbags, Gurthöhen­verstellung und Gurtstraffer vorn, Seitenaufprallschutz sowie eine sensorgesteuerte, automatische Unterbrechung der Kraftstoffzufuhr nach einem Unfall. Außer der dritten Bremsleuchte über der Heckscheibe und einer aufgefrischten Farbpalette gleicht der neue Twingo dem Vorgänger wie ein Ei dem anderen. Die Form bleibt zum Glück unverändert, ihrem zeitlos-unverwechselbaren Stil sei Dank. Die Neuerungen halten den Twingo-Absatz in Schwung:

Am 30. Juni 1997
rollt das einmillionste Fahrzeug vom Band.

1998:
DER TWINGO PHASE II GEHT AN DEN START.

Ein Jahr später legt Renault turnusgemäß nach: Im September 1998 geht der Twingo II an den Start. Die Modellpflege vollzieht sich nach bewährtem Rezept. Auch diesmal lassen die Designer wieder äußerstes Fingerspitzengefühl walten. Äußerlich machen lackierte Stoßfänger mit integrierten Nebelscheinwerfern und Blinkern, die sich nun ein gemeinsames Glas mit den Hauptscheinwerfern teilen, den Hauptunterschied zum Twingo I aus. So bleibt das unverwechselbare Erscheinungsbild und damit sein Erfolgsgeheimnis erhalten.

Dafür bekommt die kleine Raumlimousine mit der großen Fangemeinde mehr Power unter die Haube: Renault hebt die Motorleistung des 1,2-Liter-Econ-Aggregats auf 43 kW/60 PS an, ohne nachteilige Folgen für den Verbrauch. Darüber hinaus erhält der Twingo II ein stärker dimensioniertes Bremssystem, das den Bremsweg um 24 Prozent verkürzt. Für höheren Fahrkomfort und eine bessere Straßenlage sorgt die 155er Bereifung. Insgesamt entwächst der Twingo damit endgültig den Kinderschuhen und fährt in den Kreis der jüngsten Erwachsenen ein.

PROGRAMMIERTES RÜCKHALTE-SYSTEM.
MIT VIER AIRBAGS.

Dazu passt, dass Renault mit dem neuen Modell einen neuen Maßstab in passiver Sicherheit setzt – in der Miniklasse bis dahin keine Selbstverständlichkeit. Das Kernstück der neuen Sicherheits­konzeption bildet die stärkere Karosseriestruktur, Basis für die höchstmögliche Sicherheit. Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht besonders der Seitenaufprallschutz in den Türen. Resultat:

Der Twingo Phase II erfüllt vorzeitig die ECE-95-Norm für Seitencrashs und die noch strengeren Anforderungen des neu geschaffenen Euro NCAP-Crashtests.

Hinzu kommt das Programmierte Rückhaltesystem PRS II, das den Insassenschutz des Twingo auf das Niveau der größeren Renault Modelle anhebt. Serienmäßig besitzt der Twingo II unter anderem zwei Adaptivairbags, zwei Seitenairbags, Gurtkraft- begrenzer auf allen vier Plätzen sowie Gurtstraffer vorn und Gurtstopper hinten.

SAUBERMANN
MIT NEHMERQUALITÄTEN.

Ein Test der harten Tour erwartet den Twingo 1998 im Renault Sicherheitszentrum von Lardy: Die Entwickler crashen den Kleinwagen gegen den großen Bruder Renault Laguna. Die Mittelklasselimousine weist die anderthalbfache Masse des Twingo auf. Vor laufenden Hochgeschwindigkeitskameras rasen die beiden Fahrzeuge mit 50 km/h aufeinander zu und krachen mit 50 Prozent Überdeckung aufeinander. Bereits der erste Augenschein zeigt: Die Twingo-Karosserie hat die Aufprallenergie wirkungsvoll absorbiert, der Überlebensraum für die Passagiere ist intakt geblieben. Die anschließende Auswertung der Messungen bestätigt: Das Ver­letzungsrisiko für die Insassen liegt weit unter den kritischen Werten.

Das Ergebnis belegt die Wirksamkeit des Renault Grundsatzes „Sicherheit für alle“. Ziel des Unternehmens ist es, allen Insassen ein gleich hohes Sicherheitsniveau auf allen Plätzen zu gewährleisten – in großen wie in kleinen Autos. Eine wichtige Rolle spielt dabei auch der Partnerschutz: Größere Fahrzeuge sind so konstruiert, dass bei einem Zusammenprall mit einem kleineren Fahrzeug die Gefährdung für die Insassen des schwächeren Verkehrsteilnehmers möglichst gering ist. Und kleine Modelle wie der Twingo sind so gebaut, dass für Fahrer und Passagiere beim Crash mit einem großen Auto gute Überlebenschancen bestehen. Basis für das hohe passive Sicherheitsniveau aller Renault Modelle ist die Kombination einer aufprallabsorbierenden und programmiert verformbaren Karosserie­struktur an Front und Heck mit einer steifen Fahrgastzelle.

BESTNOTE
FÜR UMWELT-VERTRÄGLICHKEIT.

Auch besonders umweltbewusste Autokäufer sind längst auf den frechen Franzosen aufmerksam geworden. Im Januar 2000 attestiert die Fachzeitschrift „Öko-Test“ dem Twingo eine vorbildliche Umweltverträglichkeit. Laut Öko-Test-Messung unterschreitet der Twingo die damals strengste D4-Abgasnorm um mehr als 50 Prozent. Der Testverbrauch von 5,7 Liter Super auf 100 Kilometer untermauert die Top-Bewertung. Die Öko-Tester schnüffeln sich bei der Jagd nach schädlichen Ausdünstungen auch durch den Innenraum. Ihr Fazit: Im Twingo ist die Luft rein.

DER TWINGO ALS MUSE
FÜR DIE MODE.

Wie erwähnt: Alle zwei Jahre betritt eine neue Kollektion des Klein­wagens den Laufsteg, die sich an den aktuellsten Moderichtungen orientiert. Einmal allerdings vertauscht der trendige Twingo die Rollen und dient den Designern textiler Mode als Anregung: 1999 lässt sich die Abschlussklasse der berühmten Pariser Designschule „École Supérieure des Arts et Technique de la Mode“ (ESMOD) von dem Renault Modell inspirieren. Ergebnis sind Kleidungsstücke so unkonventionell und ungewöhnlich wie das automobile Vorbild: jugendlich im Auftreten, eigenständig im Design, frisch und stark in den Farben.

Die Kreationen der Meisterschüler der ESMOD spiegeln die verschiedenen Seiten des Twingo wider: Inspiriert von der Farb­palette der kleinen Raumlimousine entsteht zum Beispiel eine sehr feminine Kollektion exzentrischer Partykleider. Ein anderer Nachwuchsdesigner nimmt die beeindruckende Einfachheit und die rationelle Herstellung des Renault Modells auf. Merkmale seiner Kollektion: schlicht und preisgünstig zu fertigen, dabei sehr geome­trisch und doch mit viel Witz geschnitten.

2000:
DER TWINGO PHASE III EROBERT DEN MARKT.

Dass der Twingo weit mehr kann, als Modetrends aufzuzeigen, beweist Ende 2000 die dritte Generation – mit neuer Motorentechnik, dem innovativen Quickshift-5-Getriebe, höherer Sicherheit und mehr Auswahlmöglichkeiten. Kurz: Renault macht seinen Kleinen nochmals feiner. Als Alternative neben dem bewährten Econ-Triebwerk bietet Renault für den Twingo III erstmals den deutlich kräftigeren Vierzylinder 1.2 16V mit 55 kW/75 PS an. Wie es sich für einen kultivierten Zeitgenossen gehört, zeichnet sich der Vierventiler durch extrem zivilisierte Trinksitten aus: Die durchschnittliche Ration Superbenzin liegt bei 5,9 Litern pro 100 Kilometer.

Eine Sensation in der Twingo-Klasse ist das neue Quickshift-5-Getriebe. Die innovative Kraftübertragung lässt sich ab Frühjahr 2001 auf Wunsch mit dem neuen 1.2-16V-Triebwerk kombinieren und ersetzt die TwingoMatic und die Twingo-Easy-Servokupplung. Technisch handelt es sich um ein mechanisches Schaltgetriebe ohne Kupplungsbetätigung. Der Gangwechsel erfolgt mit Hilfe elektrischer Stellmotoren. Im Quickshift-Modus wird sequenziell geschaltet – Schalthebel nach vorn drücken heißt „hochschalten”, nach hinten ziehen „runterschalten”. Zusätzlich ist ein Automatikmodus vorhanden. Hier übernehmen die Stellmotoren auch den Schaltvorgang. Der Wechsel zwischen den Betriebsarten ist jederzeit möglich. Das neue System arbeitet ebenso komfortabel wie ein klassischer 5-Stufen-Automat – aber ohne die typischen Nachteile. So verursacht das Quickshift-5-Getriebe weder schlechtere Fahrleistungen noch einen höheren Verbrauch. Im Gegenteil: Der Gesamtverbrauch sinkt auf 5,7 Liter pro 100 Kilometer.

SERVOLENKUNG
ERLEICHTERT DAS RANGIEREN.

Damit der Twingo sicher durch den Stadtverkehr wuseln kann, erhält er größere Bremsen, elektronische Bremskraft­verteilung und die geschwindigkeitsabhängige elektrische Servolenkung. Im Stadt­betrieb lässt sie sich mit dem sprichwörtlichen kleinen Finger bedienen, so dass der Kleinwagen jetzt noch leichter zu rangieren ist. Außerdem hilft sie Kraftstoff zu sparen, da sie – anders als ein hydraulisches System – nur dann Energie verbraucht, wenn sie auch tatsächlich benötigt wird.

Auch das Fundament des frechen Franzosen, sprich: das Fahrwerk, haben die Renault Entwickler kräftig überarbeitet. Unter anderem bekommt die Vorderachse mit ihren McPherson-Federbeinen und unteren Dreiecksquerlenkern einen Querstabilisator. Die Platz sparende, H-förmige Verbundlenker-Hinterachse wird mit einem Stabilisator mit größerem Durchmesser ausgestattet. Folge der gelungenen Operation: Der Twingo III kommt jetzt noch flotter um die Ecke und neigt sich dabei kaum noch zur Seite.

TOPAUSSTATTUNG
MIT KLIMAANLAGE UND LEDERBEZÜGEN.

Innen wartet der freche Gallier nach seiner Runderneuerung mit nie da gewesener Kultur auf. Im Premierenjahr 1992 mit nur einer Variante angetreten, glänzt der Twingo acht Jahre später mit fünf Ausstattungsniveaus: Authentique, Expression, Liberty, Privilège und – als nobelste Version – Initiale. Diese stattet Renault serienmäßig mit Annehmlichkeiten aus, wie sie gewöhnlich erst in weit größeren Fahrzeugen zu finden sind. Dazu gehören Klimaanlage, Sun-Protect-Windschutzscheibe, CD-Radio mit Lenk­radfernbedienung sowie Lederbezüge für Sitze, Lenkrad und Schaltknauf. Als Option lässt sich sogar ein Navigationsradio ordern, das den Twingo zielsicher durch den Großstadtdschungel lotst. Außen bleibt der kleine Renault mit vier Standard- und fünf Metallicfarben der bunte Vogel, der er immer schon war und als der er von seinen ungezählten Fans geliebt wird.

2004:
PHASE IV – FARBIGER, REICHHALTIGER, SPARSAMER.

Im Sommer 2004 nimmt sich Renault erneut seines ewig jungen Bestsellers an und aktualisiert ihn mit dem neuen Heckleuchten­design im Wassertropfen-Look sowie seitlichen Zierleisten. Ferner ist der Renault Rhombus jetzt prominent in der Mitte der Hecktür positioniert. Dort dient er als Türöffner. Außerdem wird der Twingo bunter: Die Kunden können zwischen zwölf verschie­denen Lackierungen wählen, darunter acht völlig neue Farbtöne. Weiteres Novum: Neben dem ganz in Mauritius-Blau gehaltenen Sondermodell Kenzo gibt es den frechen Franzosen in den serienmäßigen Ausstattungsniveaus Authentique, Dynamique, Initiale und als Twingo Eco.

Für den wirtschaftlichen Eco hat Renault exklusiv eine neue, beson­ders sparsame Variante des 1.2-16V-Benziners mit 43 kW/60 PS aufgelegt. Der ausschließlich mit dem komfortablen Quickshift-5-Getriebe kombinierte Vierventiler gibt sich im Schnitt mit genau fünf Liter Superbenzin pro 100 Kilometer zufrieden. Das macht ihn zum sparsamsten Benziner des gesamten Renault Programms. In der Folgezeit erreicht der Twingo Eco sogar nur 4,9 Liter pro 100 Kilo­meter – ein Wert, den sonst nur Dieselfahrzeuge erreichen. Auch als CO2-Champion profiliert sich der technisch modifizierte Twingo mit dem geringen Ausstoß von 118 Gramm je Kilometer.

NEUE QUICKSHIFT-BOX
MIT ZWEI SCHALT-PROGRAMMEN.

Für die neueste Evolutionsstufe des Twingo haben die Tüftler im Technocentre von Renault das Quickshift-5-Getriebe überarbeitet. Exklusiv für die Eco-Ausführung rüsten sie die automatisierte Schaltbox mit der Wahlmöglichkeit zwischen dynamischer und ökonomischer Fahrweise aus. Wird per Schalter die Option „sparsam“ gewählt, so erfolgt der Gangwechsel früher. Dank überarbeiteter Elektronik schaltet das Quickshift-5-Getriebe darüber hinaus sanfter und reagiert spontaner auf Kick-down-Befehle.

Kein Zweifel: Der Twingo ist endgültig erwachsen geworden. Doch seinen jugendlichen Charme hat er auch zwölf Jahre nach seiner Premiere behalten.

ATTRAKTIVES EINSTIEGS-MODELL
„TOUJOURS“.

Im Sommer 2005 verabreicht Renault dem Twingo nochmals eine Frischzellenkur und legt mit der Edition Toujours ein günstiges Einstiegsmodell auf. Die Käufer erhalten ohne Aufpreis Details wie Servolenkung und Faltschiebedach. In Wagenfarbe lackierte Stoßfänger und Seitenschutzleisten sowie das individuelle Dekor auf Flanken und Heckklappe verschaffen dem Sondermodell ein attraktives Outfit.

SEPTEMBER 2006:
DER NACHFOLGER KÜNDIGT SICH AN.

Trotz ungebrochener Liebe vieler Fans wirft der Abschied von der ersten Twingo-Generation seine Schatten voraus. Im September 2006 zieht Renault auf dem Pariser Automobilsalon den Vorhang von der Studie Twingo Concept. Mit 3,60 Meter Länge misst sie 170 Millimeter mehr als der noch aktuelle Serien-Twingo, verzichtet ebenso wie dieser auf einen Kühlergrill und blickt das Messepublikum aus doppelten Klarglasscheinwerfern unter tropfenförmigen Deck­gläsern strahlend an.

Kein Zweifel: Mit dem vormaligen „Kindchenschema“ hat dieser kraftvolle und erwachsene Auftritt nicht mehr viel gemein. Stattdessen prägen scharf gezeichnete Linien, profilierte Schweller, breite Kotflügel und eine große Kühlluftöffnung in der Frontschürze den Auftritt. Als besonderes Highlight spannt sich über beide Sitzreihen ein Panorama-Glasdach, das nahtlos in die Windschutzscheibe übergeht.

MÄRZ 2007:
DER NEUE TWINGO FÄHRT INS RAMPENLICHT.

Der Twingo Concept ist optisch bereits sehr nah am nächsten Serienmodell. Dieses fährt im März 2007 beim Genfer Automobil­salon auf die Messebühne und überzeugt das Premierenpublikum auf Anhieb. „Dynamisches Design, praktische Detaillösungen, hohe Funktionalität“ lautet die Formel, nach der Renault den Erben des kultigen Kleinwagens konzipiert hat. Die Frontpartie ist gegenüber dem Twingo Concept modifiziert, jedoch nicht minder ausdrucksstark. Das gilt vor allem für Stoßfänger und Frontschürze. Je nachdem für welches der fünf Ausstattungs-Niveaus sich der Käufer entscheidet, hat Renault zwei Varianten im Programm.

NACH DEM TWINGO
IST VOR DEM TWINGO.

Insgesamt liefen im Werk Flins rund 2,5 Millionen Twingo vom Band.

Mit seinem überdurch­schnittlich großen Angebot an Raum und Funktionalität, seiner Fülle an praktischen und originellen Komfortdetails und seinem Reichtum an Individualisierungsmöglichkeiten erweist sich der Nachfolger des ersten, klassischen Twingos erneut als Trendsetter und damit als würdiger Träger des Namens Twingo.

Seht ihr das auch so? Ran an die Tasten und ab mit eurer Meinung ins Kommentarfeld – wir freuen uns schon!

Bild- und Textquelle: Renault Deutschland AG

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