Leserauto: Stephan’s ’93er Mitsubishi 3000GT

Porsche? Ferrari? Lamborghini? Während die Europäischen Autohersteller in den 90er-Jahren meinten, den Zenit ihrer Ingenieurskunst erreicht zu haben, wurden sie auf den Straßen und Rennstrecken dieser Welt von japanischen Samurais überfallen und besiegt. Einer von ihnen war der Mitsubishi 3000GT.

Einen besonderen Augenschmaus ließ uns diese Woche Stephan Gigla aus Landshut zukommen. Sein weißer Mitsubishi 3000GT ist nicht nur in tadellosem Zustand, sondern bringt auch einige technische Gimmicks mit, von denen sogar die meisten Neuwagen heutzutage nicht einmal zu träumen wagen würden! Stichwort: Aktive Aerodynamik und ausgeklügelter Allrad-Antrieb.

Der Mitsubishi 3000GT ist ein chronisch unterschätzter Japan-Klassiker sondergleichen. Ein Glück, dass wir einen Blick auf diesen original erhaltenen Japan-Klassiker von Stephan werfen dürfen!

Zugegeben, der technische Name allein löst heute keine Glücksgefühle mehr aus. 3000GT könnte auch die neue Spülmaschinen-Serie von Bosch heißen. Geht man jedoch die technischen Daten durch, erwischt man sich schnell dabei, nur eines zu wollen: FAHREN!!!

MITSUBISHI 3000GT
DATENBLATT.

Hier geht’s zum Datenblatt des Mitsubishi 3000GT.

HISTORIE
DES 3000GT.

Gebaut wurde der 3000GT in verschiedenen Versionen von 10/1990 bis 10/1999. Außerhalb Deutschlands, in Japan und England, wurde er auch als „GTO“ vermarktet – Grund dafür ist die Assoziation des Namens mit den legendären Modellen von Pontiac und Ferrari. Im Deutschland der 90er-Jahre waren Modellnamen größtenteils von der Hubraumgröße beeinflusst – 3000GT machte entsprechenden Eindruck: Dreitausend Kubik Hubraum, Gran Turismo für ein großes Coupé. Der 2+2-Sitzer überzeugt schließlich nicht nur auf der Rennstrecke, sondern auch auf längeren Reisen.

In Zusammenarbeit mit Dodge wurde von 1991 bis 1996 auch eine Dodge-Version, Dodge Stealth genannt, in USA bei Dodge gebaute. Optisch und technisch ist dieses jedoch nicht ganz identisch mit dem Mitsubishi 3000GT.

Den Dodge Stealth kann
man als stillen Zeitzeugen
fehlenden amerikanischen
Ideenreichtums sehen.

Der Mitsubishi 3000GT spielte seiner Zeit in der obersten Performance-Liga mit. Seine direkten Konkurrenten hießen schließlich Toyota Supra, Nissan 300ZX, Mazda RX7, Honda NSX und sogar Nissan Skyline GT-R – das automobile Heiligtum Japans. „Gran Turismo“-Gamer wissen, was der Mitsubishi für eine Geheimwaffe sein kann. Ein zeitgenössischer Porsche hätte seine Schwierigkeiten, mit der Performance des 3000GT mitzuhalten – mit den Preisen sowieso.

UNTERSCHIEDE
GEN 1 & GEN 2.

Beim Facelift 9/1994 wurde hauptsächlich die Optik geändert: Keine Klapp-Scheinwerfer mehr und andere Front- und Seiten-Teile. Die alte 5-Gang-Schaltbox wich einem 6-Gang-Getriebe. Die Modelle vor 9/1994 bezeichnet man auch als „GEN 1“ alles danach als „GEN 2“. Alle Modelle des 3000GT haben einen (wer hätte es vermutet) 3l Sechszylinder V-Motor. Dieser ist, entgegen allen Vermutungen, vorn quer eingebaut. Nichtsdestotrotz ist die Gewichtsverteilung fahrdynamisch ein Gedicht!

BITTE MEHR DAVON!

Japanische Autos waren in den 90er-Jahren für die meisten deutschen Verbraucher nur eine Begleiterscheinung. Sie wurden meist als billige Kopien der ach-so-tollen europäischen Automodelle wahrgenommen. Dass so mancher Porsche-Fahrer nicht mit den Nippon-Raketen mithalten konnte und dass das Fahren von japanischen um einiges unproblematischer war als das von Deutschen, wollte niemand wirklich zugeben.

Jetzt, im Youngtimer- und Oldtimer-Alter zeigen sich die wahren Qualitäten der Japaner:

Sie laufen
und laufen
und laufen.

Es sollte mehr Leute wie Stephan geben, die diesen großartigen Fahrzeugen den Respekt zollen, den sie tatsächlich verdienen. Wer weiß – vielleicht sehen wir ja eines Tages weitere, schöne Japan-Klassiker auf unseren Autotreffen!

Vielen Dank für das Einsenden deiner Japan-Rakete, Stephan! Wir wünschen dir nur das Beste mit deinem Auto und hoffen, dass du dich noch lange an diesem sensationellen Fahrzeug erfreuen kannst! – AUTODROM-Redaktion Moschos Moschokarfis

Mitsubishi 3000GT und Bildquelle: Stephan Gigla

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