Automarken und ihre Klischees Teil 1

Aber Vorsicht: Bitte nicht ernst nehmen! Dieser Artikel ist rein zur Belustigung geschrieben, wir hegen keinerlei Antipathie gegen die hier angesprochenen Unternehmen oder Leute!



Audi

Bildquelle: Ivan Cortez

Wer Audi sagt, muss auch Quattro sagen. Dieser ausgeklügelte Allradantrieb ermöglicht es Audis, bei allen Witterungen, auf allen Untergründen und auf allen Planeten dieses Universums ausreichend Grip zu haben. Was Viele nicht wissen: ebendiese Eigenschaften übertragen sich auch auf alle Audis ohne Allradantrieb – der Fahrer muss es nur wollen.

Den gemeinen Audi-Fahrer erkennt man primär am überdeutlichen Quattro-Logo auf seinem T-Shirt, seiner Schildmütze oder seinem Schlüsselbund. Oder an allen Stellen gleichzeitig. Sollte es doch passieren, dass einem diese optischen Hinweise verborgen bleiben, macht der Audi-Fahrer verbal auf sich aufmerksam, indem er alle um ihn herum darauf hinweist, dass sein frontgetriebener Audi auch im Winter allen anderen Marken überlegen ist – Quattro-Logo sei Dank.

Besonders amüsant findet der Audi-Fahrer BMW, da deren Heckantrieb viel zu ineffizient ist.

In seiner Freizeit gesellt er sich gerne zu ein paar anderen, coolen „Quattro-infizierten“ und präsentiert seine neuesten „Veredelungen“ am Auto, ähh Audi. Am ehesten versteht er sich mit VW-Fahrern, da diese aus seiner Sicht die light-Version seines Autos fahren.

Der Audi-Fahrer liebt:

  • Audi, Audi und Audi
  • Quattro
  • Tankstellentreffen

Der Audi-Fahrer hasst:

  • Heckantrieb
  • BMW
  • Subaru



BMW

Bildquelle: Patryk Sobczak

BMWs sind aufgrund ihres Heckantriebes allen anderen Automarken überlegen. Diese sind im Gegenzug dazu verpflichtet, beim Anblick eines BMW unverzüglich die linke Spur der Autobahn zu räumen oder auf ihre Vorfahrt zu verzichten. In der Regel kündigen sich BMW jedoch höflicherweise frühzeitig mit ihrer Lichthupe an. Um diese überlegene Performance realisieren zu können, verfügen BMWs über M Power, was durch hellblau-dunkelblau-rote Streifen an den „Nieren“ und adäquaten Aufklebern am Heck erzeugt wird.

Optisch fallen BMW-Fahrer kaum auf. Man erkennt sie jedoch primär am hochgekrempelten Hemd und ganz subtilen, fast versteckten Hinweisen wie zum Beispiel ein BMW-Handycover aus Leder, ein minimalistischer Schlüsselbund mit nur einem kleinen BMW-Anhänger und selbstverständlich getrenntem Autoschlüssel:

Das Klappern der Schlüssel stört schließlich die Laufruhe des Athleten.

Um einen BMW chauffieren zu dürfen, bedarf es mehr als nur eines Führerscheins! BMW-Fahrer genießen die göttliche Gabe eine heckgetriebene Hochleistungs-Präzisions-Maschine beherrschen zu können – eine Gabe von der die restliche Menschheit nur träumen kann!

BMW-Fahrer schätzen das Edle und Besondere, weshalb sie nicht mit der obligatorischen Cola in der Hand an der Tankstelle zu sehen sind. Sie bevorzugen frisch gemahlenen und gebrauten Kaffee aus ihren Edelstahl-Kaffeebechern (mit BMW-Logo versteht sich) oder trinken, passend zur Herkunft ihres Gefährts, bayrische Spezi aus dem Hause Paulaner. Grundsätzlich toleriert der BMW-affine Autofan alle anderen Marken, verachtet aber so ziemlich alles an diesen Autos und ist gleichzeitig etwas irritiert, dass diese Autos sogar blinken können.

Der BMW-Fahrer liebt:

  • Seine Lichthupe
  • BMW
    M Power
  • Edles, bevorzugt aus Leder

Der BMW-Fahrer hasst:

  • Fahrtrichtungsanzeiger, kurz Blinker
  • Alle Fahrspuren außer der Linken
  • Alles außer Heckantrieb




FIAT

Bildquelle: Oli Woodman

Klein, knuffelig, kaputt. FIAT hat sich auf die Fahnen geschrieben, ein gutes Verhältnis zwischen Kunde und Werkstatt zu schaffen. Umgesetzt wird dieses Vorhaben, indem der FIAT den Kunden möglichst oft auch in die Werkstatt bewegt – ob dieser nun will oder nicht. Trotzdem steckt eine Menge Emotion in den kleinen Kisten – und diese kommt nicht nur durch die „Forza Italia!“-Aufkleber. Die Modellnamen der italienischen Autos klingen einfach so gut, dass sie einen gerne den ein oder anderen Defekt vergessen lassen: Cinquecento, Ritmo, „Sedicivalvole„, „Stradale„… Wer kann denn da noch widerstehen?

FIAT-Fahrer neigen dazu, ihren Autos Namen zu geben. Rund 98% aller FIAT 500 heißen Luigi, die restlichen 2% tragen Namen wie „Maikäferchen“, „Sonnenschein“ oder „Honigkuchenpferdchen“. Die Begeisterung für das Auto und die damit verbundene italienische „Dolce Vita“, bringen die meisten FIAT-Fahrer damit zum Ausdruck, in dem sie eine vermeintlich italienische Routine in das eigene, alltägliche Leben aufnehmen und das auch lautstark kundtun: „Buon Guorno liebe Kollegen!“, „Ich trinke morgens nur Capuccino, keinen Kaffee“ oder „Arrivederci meine Freunde“.

Auch am Auto müssen mindestens drei Elemente an die Liebe zu Italien hinweisen: Kuscheltierchen mit Saugnäpfen und italienischem Nationalmannschaftstrikot, Italien-Aufkleber am Heck, italienische Nationalfarben als Streifen auf der Motorhaube, kleine italienische Flagge an der Antenne, Hawai-Blumenkette in grün-weiß-rot und noch viel mehr…

Ein FIAT lässt sich nur dann amtlich bewegen, wenn in der Innenstadt das Gaspedal so weit durchgedrückt wird, dass darunter ein Rostloch entsteht. Im Sommer müssen zur guten Belüftung alle Fenster offen sein, die Sonnenbrille muss zur Sicherheit fest ins Haar und das klapprige heulen des Motors muss durch ein voll aufgedrehtes „Piu Bella Cosa“ von Eros Ramazotti übertönt werden – auch wenn die meisten kein Wort von dem verstehen, was er da singt. Geht man anders mit einem FIAT um, fährt dieser von ganz allein wieder in die Werkstatt und spuckt sein Öl von selbst aus.

Der FIAT-Fahrer liebt:

  • Bella Italia
  • Eros Ramazotti
  • Pizza italiana con erbe aromatiche, mozzarella e pomodori

Der FIAT-Fahrer hasst:

  • Rost
  • Den Winter
  • Zahnriemen-Wechselintervalle von FIAT




Ford

Bildquelle: Alessio Lin

Dynamik, Fahrfreude und Performance – Begriffe mit denen ein Ford-Fahrer nichts anfangen kann. Während andere von ihrem Auto schwärmen, schwärmt der Ford-Fahrer von den guten Konditionen, die ihm das Autohaus gemacht hat als er das Auto gekauft hat – „Opel konnte da nicht mithalten!“.

Es gibt drei Arten von Ford-Fahrern: Rentner, Öko-Yogis und Kevin Blocks. Der Rentner fährt aus Tradition Ford und erinnert sich gerne noch an seinen Ford Granada Turnier mit dem er „damals“ mit der ganzen Familie nach Italien gefahren ist.
Der Öko-Yogi mit seinen Sandalen, die mehr an Kirchensonntage statt Abenteuer erinnern, ist von seinem Ford überzeugt – schließlich ist das ein super Auto! Er hat Platz und fährt! In der Regel neigt der Ford-Öko-Yogi zu einem besonderem Gimmick im Auto wie die aufpreispflichtige Musikanlage mit verstecktem Subwoofer im Kofferraum. Ist er dann mal auf der Autobahn alleine, dreht er kichernd seine fetzige Musik auf und „dänzt“ zu den aktuellen Charts – er ist schließlich up to date!
Zu guter letzt macht der „Kevin Block“ auf besondere Art und Weise auf sich aufmerksam: Mit bunt gestylten, hippen Aufklebern am von Opa geerbten 75PS-Focus von 2001, lauter Musik und passender Monster-Cap fährt abends durch die Stadt und genießt den brachialen Sound seiner 49,- Auspufftröte von ATU. An der Tankstelle führt Kevin Block genau Buch über jedes Meeting, indem er ganz instagram mit seinen Selfies füllt. Renn-Legende Ken Block ist mit Sicherheit furchtbar stolz auf seine Anhänger!

Ford-Fahrer sind Traditioalisten die am meisten Emotion zeigen, wenn sie den Spruch

„Mit dem Ford fort, mit dem Zug zurück.“

hören. Diese äußert sich meistens in Form von Panik, woher solch ein bösartiges Klischee seinen Ursprung haben könnte. Im Herzen möchte der Ford-Fahrer eigentlich ein anderes Auto fahren, ihm steht jedoch die Vernunft im Weg. Der serienmäßige, leicht staubige Geruch von Fords trägt seinen Teil dazu bei, sich eher gemächlich im Straßenverkehr zu bewegen.

Der Ford-Fahrer liebt:

  • Rabatte, um so mehr um so besser
  • Die Umwelt
  • Ken Block

Der Ford-Fahrer hasst:

  • Opel, da gibt’s weniger Rabatte
  • Umweltsünder
  • „Mit dem Ford fort, mit dem Zug zurück.“




Mercedes Benz

Bildquelle: Andre Ouellet

Schon in den 80er-Jahren glänzte Mercedes Benz mit technischen Innovationen wie die serienmäßige Vorfahrt. „Ihr guter Stern auf allen Straßen“ hieß es einmal. Heute passt eher: „Ihr lauter Stern auf allen Straßen“. Mercedes bieten nicht nur ein überaus komfortables Fahrwerk und Automatik-Getriebe mit unzähligen Stufen, sondern auch ein Trommelkonzert sondergleichen aus dem Auspuff.

Die Geräuschkulisse ist einfach unvergleichlich: Eine Mischung aus afrikanischen Buschtrommeln und einem Dinosaurier mit Tourette-Syndrom und Magen-Darm-Infekt.

Vorbei sind die Tage an denen wir uns mit langweiligen Dieseltaxis mit Stern langweilen mussten – jetzt kommen die AMGs!

Mercedes fahren ist ein Statement. Während die Herren über 80 durch das Führen eines Benz zum Ausdruck bringen, dass sie es zu etwas gebracht haben, drückt die jüngere Generation durch das Hohldrehen des Motors im Leerlauf ihre Paarungsbereitschaft aus. Statistiken zufolge ist die Erfolgsrate bei den Weibchen dadurch so hoch, dass ein Großteil der jungen Mercedes-Fahrer hohe Kreditsummen und Leasing-Raten auf sich nimmt!

Optisch erkennt man den Mercedes-Fahrer entweder am sportlichen Sport-Outfit oder dem Rollator, den er vorsichtig aus dem Kofferraum hebt. Am Schlüsselbund darf der obligatorische Leder-Anhänger mit silbernen Mercedes-Stern nicht fehlen – er gehört einfach dazu, bei allen Mercedes-Fahrern. Spricht man mit den sternfahrenden Gesellen, beteuern sie stets, dass ein Mercedes sportlicher als ein BMW ist, ein besseres Handling als ein BMW hat, nicht so prollig wie ein BMW ist . Und natürlich viel mehr Stil als ein BMW hat! Um weitere Argumente gegen BMW zu finden, konfigurieren sie sich immer wieder erneut einen BMW M3 im Internet, sie würden jedoch nie einen bestellen – solange der Kredit für den Mercedes noch nicht abgezahlt ist.

Der Mercedes-Fahrer liebt:

  • Entspanntes Cruisen ohne auf die Vorfahrt achten zu müssen
  • Das sanfte Schalten der Automatik
  • Trommelkonzerte

Der Mercedes-Fahrer hasst:

  • BMW
  • Schuldenberater
  • Pfänder




Opel

Bildquelle: Ollie Walls

Wer kennt das nicht: Morgens gerade aufgestanden, zu wenig geschlafen, unmotiviert und der Kopf dröhnt. Ebendieses Gefühl umgibt einen, wenn man sich in einen Opel setzt. Was kein Nachteil sein muss – schließlich lädt Opel fahren zum träumen ein. Um dies auch ungestört machen zu können, hat Opel sukzessive alles aus dem Auto entfernt, was einen davon abhalten könnte wie Leistung oder schönes Design. Der leicht nasale Klang der Opel-Motoren sorgt eher für Heuschnupfen statt Gänsehaut.

Die höchste Wahrscheinlichkeit einen Opel in freier Wildbahn zu treffen, ist in einem Stau. Opel-Fahrer sind Freigeister, die sich nicht in einen konventionellen, gesellschaftsfähigen Rahmen sperren lassen können. Ihr Geist beansprucht so viel Entfaltungsfreiraum, dass dies sich auch beim Fahren bemerkbar macht: Eine Fahrspur ist nicht genug, der Opel beansprucht alle Fahrspuren nach Lust und Laune. Opel handelt als einziger „Deutscher Autohersteller“ global und umweltfreundlich. Somit findet sich unter der Haube feinste Rüsselsheimer Ingenieuerskunst, der Rest besteht aus dem recycleten Abfall von General Motors.

Um der Performance der Opel-Modelle gerecht zu werden, müssten Opel-Fahrer eigentlich einen Schlafanzug beim Fahren tragen!

Dieser wäre jedoch zu bequem und würde so zu noch stärkeren Startschwierigkeiten an Ampeln führen. Opel-Besitzer haben in der Regel zwei große Schwierigkeiten, mit denen sie zu kämpfen haben:
Zum einen fällt es ihnen sehr schwer, die Funktionalität des Blinkerhebels zu begreifen, sodass es öfters vorkommt, dass sie diesen in die falsche Richtung bewegen beim Abbiegen. Darüber hinaus haben Opel-Besitzer oft Probleme sich selbst die Schuhe zu binden – was zu erheblichen Problemen beim Schalten führt, da der Klettverschluss des Fahrers gerne an den Pedalen hängen bleibt.

Der Opel-Fahrer liebt:

  • geistigen Entfaltungs-Freiraum
  • Schlafanzüge
  • träumen

Der Opel-Fahrer hasst:

  • Bedienungs-Anleitungen für Blinkerhebel
  • Schuhe mit Schnürsenkeln
  • Heuschnupfen




Nachwort

Lachendes, rothaariges Mäddchen
Ein bisschen Spaß muss sein…

Bitte nicht ernst nehmen! Jedes Auto hat seine Daseins-Berechtigung. Als Auto-Enthusiasten achten wir jedes Auto und seinen Fahrer, nehmen uns aber gern selbst auf den Arm. Welche Automarken vermisst ihr? Stimmen die Klischees? Wir sind auf eure Meinungen  und Erfahrungen gespannt! Habt ihr Lust auf einen zweiten Teil? Wir haben da schon was vorbereitet…




Moschos Moschokarfis

Automobil-Enthusiast par excellence – ich liebe Autos nicht nur, ich lebe sie. Beruflich im Marketing-, Kommunikations- und Design-Bereich angesiedelt, lebe ich meine Passion in meiner Freizeit. Das AUTODROM habe ich ins Leben gerufen, um meine Erfahrungen zu teilen, weitere Auto-Liebhaber zu treffen und um den ein oder anderen vom Hobby Automobil zu begeistern.

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5. Mai 2019

Kommentare

Herrlich, dieser Klischee-Artikel. Tatsächlich fühlte ich mich als langjähriger BMW-Pilot ertapt als die Sprache auf die Ein-Schlüssel-pro-Anhänger kam. Ich habe am Autoschlüssel tatsächlich nur den Autoschlüssel – bei allen 6 BMW *lach!*
Was mir fehlt sind die Golf Fahrer. Da gibt es zwei Sorten: Die Dorfjugend denen Gute Nacht Geschichte von Papa seit ihrer Geburt vom Golf I und II GTI handelt so das sie gar nicht anderst können als 3 Monate des Jahres für die KfZ-Versicherung zu jobben ohne sonst enterbt zu werden und dann gibt es da noch die Golf- Fahrer weil sie immer Golf fuhren und nur Golf kennen denn: Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht. Daher redet man sich am Stammtisch in Rage über die mieserabele Verarbeitung („“Jaaa, der Golf II ! DAS war ein Auto !“) , Qualität („“ Der Lopez ! Der hat VW an die Wand gefahren !“) vorzeitig verendenden Wasserpumpen, Turboladern, Zylinderköpfe („“auch der Lopez ! Der hat die Zulieferer erpresst!““) und den Dieselskandal ( „“Die Politik sollte VW endlich an den Eiern packen !“) ….. um sich dann am nächsten Morgen den nächsten überteuerten klappernden Golf zu bestellen.

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