Porsche 912 – Ein guter Einstieg?

Autodrom Magazin

Der Porsche 911 ist die deutsche Sportwagen-Ikone schlechthin. Zu den Anfangszeiten seiner Produktion bekam er jedoch schnell einen kleinen Bruder: Den Porsche 912. Für den Laien sind die beiden Modelle auf den ersten Blick nicht voneinander zu unterscheiden – schließlich finden sich die größten Unterschiede unter der Haube.

Angst macht erfinderisch

Porsche 912
Das 912-Emblem hat einen ganz eigenen Charme

Der Porsche 912 wurde primär aus Angst vor fallenden Absatzzahlen entwickelt. Die auslaufenden Porsche 356 hatte der Stuttgarter Automobil-Hersteller zu viel niedrigeren Preisen produzieren können, als den damals neuen Porsche 911. Dadurch war Marketing-Abteilung besorgt, dass, durch die hohe Preisdifferenz zum alten Modell, die Marktanteile und Absatzzahlen deutlich schrumpfen würden.

Der erste Volks-Porsche?

Porsche 912
Porsche 911 oder 912? Nur Details verraten den Unterschied!

Rein optisch ist der kleine Neunzwölfer kaum vom großen Neunelfer zu unterscheiden. Wer genau hinschaut, erkennt jedoch das leicht höhergelegte Heck und den kleineren Radstand. Dadurch wirkt der Wagen im hinteren Bereich ein wenig kleiner und kompakter. Die technischen Daten des 1965 präsentierten 912ers machen klar, dass er ein Sparmodell des legendären Sportwagens 911 ist – beim Triebwerk handelt es sich schließlich um eine modifizierte Version des aus dem Porsche 356 bekannten Vierzylinder-Boxermotors. Dieser produziert aus 1.582ccm ganze 90PS bei 5.800 Umdrehungen pro Minute. Trotz der geringen Leistung, hatte der recht bescheidene Porsche 912 doch einige Vorteile gegenüber seinen Sechszylinder-Geschwistern!

Vorteile gegenüber dem Porsche 911

Porsche 912
Der kleine Vierzylinder-Boxer wiegt einen Bruchteil des 911er-Motors

Das Heckmotor- und Heckantriebs-Layout des 911 bedeutete, dass er im Grenzbereich schwer zu beherrschen ist. Der schwere Motor schiebt in schnellen Kurven die Hinterachse oft etwas unkontrolliert nach außen.

„Der kleine Vierzylinder ist in Kurven einfacher zu beherrschen!“

Durch den deutlich leichteren Vierzylinder-Boxermotor des 912, konnte das Gleichgewicht des Fahrzeuges endlich ausgeglichen werden. Des Weiteren genehmigt sich der 912er ein paar Literchen weniger Sprit als sein großer Bruder und ist dadurch auch wirtschaftlicher.

911er siegt trotzdem

Porsche 912
Die Silhouette des Porsche ist einfach eine Augenweide!

Porsche produzierte den kleinen 912 von 1965 bis 1969, wurde aber in den Verkaufszahlen vom 911 übertrumpft, sodass Porsche schließlich die Produktion einstellte und ihn durch den Porsche 914 ersetzte – ein Auto, dass von den Fans nie als echter Porsche akzeptiert wurde und heute noch den Beinamen VW-Porsche, sowie das Wolfsburger Emblem auf dem Lenkrad trägt.

912er immer beliebter

Porsche 912
Im Cockpit wird schnell klar: Das ist ein klassischer Porsche!

Die bis heute überlebten Porsche 912 genießen einen enormen Zuwachs an Popularität – dank der stark explodierenden Preise von luftgekühlten 911-Modellen. Das Leergewicht von nur 965 kg bedeutet, dass man als Besitzer einen klassischen, nicht langsamen Porsche fahren kann, ohne mit der Problematik der gnadenlosen Heckschleuder leben zu müssen.

Günstiger Einstieg in die Porsche-Welt?

Porsche 912
Oft kopiert, nie erreicht: Das legendäre Porsche Design

Die Preise für noch fahrende Porsche 912 fangen bei etwa 20.000€ an – für Restations-Objekte! Hat man die Zeit und das Geld, kann man sich für circa 30.000€ den Traum eines eigenen Ur-Elfers verwirklichen – vorausgesetzt, man kann und will selbst Hand anlegen am klassischen Porsche.

„Möchte man ein restauriertes, gutes Exemplar, muss ein Vielfaches investiert werden!“

Die Komplexität der alten Technik stellt kein Problem dar, auch die Ersatzteil-Versorgung durch Porsche lässt keine Wünsche offen. Das einzige was abschreckt sind die hohen Preise, aber hey, schließlich fährt man Porsche!

Spielt man noch mit dem Gedanken, sich einen klassischen Porsche zuzulegen, sollte man es einfach tun. Günstiger werden die 912er auf jeden Fall nicht mehr!

Über Moschos Moschokarfis 17 Artikel
Aus der Liebe zu Automobilen und der Leidenschaft fürs Schreiben heraus, gründete Moschos Moschokarfis das Autodrom-Magazin. Seine Fachgebiete dabei sind Youngtimer und Oldtimer aller Art, Motorsport, Recht und Gebrauchtwagen. Darüber hinaus, pflegt und verwaltet er die Online-Präsenz des Magazins und lektoriert alle Beiträge auf der Seite. In seiner Freizeit findet man ihn gern im Proberaum seiner Band Moe and the Thunderbolts oder am Steuer seines BMW auf den Landstraßen der schwäbischen Alb. Ist er dann doch mal Zuhause, liest er bei einem heißen Filterkaffee am liebsten seine Lieblings-Zeitschriften Motor Klassik, Youngtimer oder Auto Bild Klassik.