Die legendären BMW-Sechszylinder – Droht bald das Aus?

Die legendären BMW-Sechszylinder – Droht bald das Aus?
Die legendären BMW-Sechszylinder – Droht bald das Aus?

Kein anderer Hersteller ist für seine Sechszylinder-Triebwerke so bekannt wie BMW. Die besagten Motoren begründeten den BMW-Mythos, dass ein echter BMW auch mit sechs Zylindern ausgestattet ist. Der sportliche Charakter der bayrischen Reihensechser trug zum dynamischen Ruf des Herstellers, von dem er heute noch profitiert, maßgeblich bei. Durch den aktuellen Downsizing-Trend, droht den Traditions-Motoren jedoch ein baldiges Ende.

Die legendären BMW-Sechszylinder

Dr. Karlheinz Lange, der von 1976 bis 1989 die Antriebsentwicklung bei BMW leitete, ist nach wie vor vom Reihensechszylinder überzeugt und erklärt die Vorteile dieser Motoren:

„Wenn sich ein Kolben im Motor bewegt, erzeugt er immer eine Gegenkraft. Der herabsausende Kolben hebt den Motor, wenn man so will, ein Stückchen hoch. Im Reihensechszylinder heben sich die Kräfte der bewegenden Massen jedoch gegenseitig auf!“

Das Ergebnis ist ein seidenweicher Motorlauf, der kaum Vibrationen an das Chassis weiterleitet. Viele Autofahrer, die zum ersten Mal einen BMW-Reihensechszylinder fahren, haben im Leerlauf oft das Gefühl, der Motor würde nicht laufen. Bis heute konnte kein Vier- oder Acht-Zylinder diesen weichen Motorlauf übertreffen. Brummen, rütteln und teilweise penetrante Schwingungen, gehören bei den meisten anderen Motorkonzepten zur Tagesordnung.

„In der Ruhe liegt die Kraft!“

Die Ruhe eines Sechszylinders beruhigt nicht nur die Karosserie des Wagens, sondern auch das Gemüt des Fahrenden. Doch die Motoren können weitaus mehr, als ruhig zu laufen.

„Freude am Fahren“ – Tradition verpflichtet

Über die Jahre entstanden viele Sechszylinder verschiedener Hersteller: Mercedes Benz M103, Nissan RB26DETT, Toyota 2JZ – doch kein anderer Hersteller wird so sehr mit Sechszylinder-Motoren in Verbindung gebracht wie BMW. Der Werbeslogan „Freude am Fahren“ basiert größtenteils auf dem dynamischen Charakter der Sechszylinder-Modelle der Bayrischen Motoren Werke.

Damals, in den 30er-Jahren

BMW M78 Sechszylinder
Der M78-Motor war einer der ersten Sechszylinder von BMW.

Zugegeben, die 30er-Jahre gehören nicht gerade zu den glanzvollsten Jahrzehnten der deutschen Geschichte. Nichtsdestotrotz wurde gerade in dieser Zeit der erste Sechszylinder von BMW vorgestellt: Der mit lediglich 1,2 Litern Humbraum ausgestattete BMW M78 Motor. Ebendiese Maschine war der Grundstein für die erfolgreiche Geschichte von BMW und stand für die Nachfolgemodelle M06, M20 und M30 in den 70er-Jahren Pate, durch die schließlich der Mythos besiegelt wurde und seinen Lauf nahm – ob nun auf öffentlichen Straßen oder auf den Rennstrecken dieser Welt.

Downsizing-Trend als Gegner

Über die letzten Jahre werden Autos immer größer und schwerer, so wiegt zum Beispiel ein 5er BMW der Baureihe E12 zwischen 1240 kg und 1530 kg, während der neue 5er BMW G30 / G31 zwischen 1615 kg und 1770 kg wiegt. Um das hohe Gewicht zu kompensieren, sind immer kraftvollere Motoren von Nöten, die gleichzeitig aber weniger verbrauchen sollen. Die alten BMW-Sechszylinder sind für ihre Laufruhe und Kraftentfaltung weltbekannt, jedoch nicht für ihre Sparsamkeit. Zwar ist man mit einem BMW M52-Motor in einem E39 noch weit weg von den Trinkgewohnheiten eines amerikanischen V8-Triebwerkes, verbraucht aber für heutige Verhältnisse zu viel. Unter 10 Liter auf 100 km kommt man damit nur auf der Autobahn – bei bewusst sehr sparsamer Fahrt.

Traditionsbruch bei BMW

40 Jahre BMW 3er
Die Sechszylinder-Motoren grenzten den BMW 3er von seinen Konkurrenten ab. Bildquelle: BMW Group

BMW hat den Energie-Spar-Trend als Hersteller sehr früh erkannt und alles dran gesetzt, um Fahrzeuge zu bauen, die, trotz aller Enthaltsamkeit an der Tankstelle, immer noch genug „Freude am Fahren“ bieten können. Dabei führt der Weg unausweichlich zu Vierzylinder-Modellen: Durch die geringere Zylinderzahl, höherer Effizienz pro Zylinder und Turbo-Aufladung, können die Motoren sogar mehr Leistung auf die Straße bringen, als ihre alten Kollegen mit sechs Zylindern. Ein BMW 320i der E46-Baureihe von 1998 mit dem 2,0-24V Sechzylinder-Motor (BMW M52B20TÜ) verbraucht auf 100 km kombiniert 9,9 Liter, während sich ein 320i der Baureihe F30 von 2012 mit dem 2,0-16V Vierzylinder-Triebwerk (BMW N20B20) mit lediglich 6,0 Liter zufrieden gibt – und das trotz der Mehrleistung von 34 PS! Die Motordaten sprechen für sich:

Baureihe E30 E36 E46 E90 F30
Modell 320i 320i 320i 320i 320i
Bauzeit* 1982 – 1985 1990 – 1995 2000 – 2007 2007 – 2012 Ab 2015
Motor M20B20 M50B20 M54B20 N43B20 B48B20
Zylinder 6 6 6 4 4
Ventile 12 24 24 16 16
Hubraum cm³ 1990 1991 2171 1995 1998
Motortyp Sauger Sauger Sauger Sauger Turbo
kW 92 110 125 125 135
PS 125 150 170 170 184
Drehmoment Nm 170 190 245 210 270
Verbrauch l (kombiniert) 14,0 8,6 8,2 7,0 5,7

* Bauzeit bezieht sich auf den Motor, nicht das Fahrzeug.

BMW nicht allein

Der Downsizing-Trend geht jedoch nicht nur an BMW spurlos vorbei: Der schwedische Autobauer Volvo bietet in seinen aktuellen Modell-Reihen ausschließlich Vierzylinder-Motoren an. Der Grund dafür ist denkbar trivial: Effiziente Motoren, mehr Gleichteile und natürlich eine höhere Ersparnis für den Hersteller selbst. Fans werden die 5-Zylinder Triebwerke wahrscheinlich vermissen, schließlich hat sich in den letzten Jahren großer Fanclub um sie gegründet.

Das Besondere an BMW-Sechszylindern

BMW M52 E39 E46 Autodrom
Der BMW M52 gilt als einer der besten Sechszylinder aus dem Hause BMW. Bildquelle: BMW Group

Fragt man den Experten Dr. Karlheinz Lange, was die Reihensechser von BMW schon damals besonders gemacht habe, gerät er ins Schwärmen:

„In ihrer Konstruktion waren sie fast schon lehrbuchhaft. Siebenfach gelagert, zwischen jedem Zylinder ein Lager, damit sich die Kurbelwelle nicht durchbiegt. So einen sauber konstruierten Motor hatte damals keiner!“

Für den BMW-Enthusiasten klingt die Antwort legitim, man muss jedoch fairerweise sagen, dass Mercedes Benz zu der Zeit ähnlich aufwendig konstruierte Motoren im Programm hatte, die jedoch verstärkt auf Laufruhe getrimmt waren und ausgezeichnet mit den Wandler-Automatik-Getrieben in den meisten Mercedes-Modellen harmonierten. Hohe Drehzahlen mochten sie nicht. Sechszylinder von BMW dagegen kamen schon damals mit einer gewissen Drehwilligkeit daher und entlockten des Öfteren den Rennfahrer, der in einem steckt. Man kann sich darüber streiten, welches Konzept besser ist, im Grunde kann man aber festhalten: Der BMW-Sechszylinder sorgt primär für eine dynamische Kraftentfaltung, während der Mercedes-Sechszylinder das sanfte dahingleiten perfekt beherrscht.

Der entscheidende Moment

BMW 3er Familie, von E21 bis F90; Eisbach Studios Pasing, Februar 2015;
Im E21 fand der erste BMW-Reihensechser Einzug in einen kompakten BMW. Bildquelle: BMW Group

Die Ingenieure bei BMW waren von der Laufruhe, Kraftentfaltung und Dynamik der Sechsender überzeugt. Der 1,2 Liter M78-Motor aus den 30er-Jahren hatte auch gezeigt, dass der Charakter der Maschine auch bei niedrigerem Hubraum erhalten bleibt. Idealerweise hat ein Sechszylinder zwischen 2,5 und 3,0 Liter Hubraum, um seine Stärken voll entfalten zu können. Den Entwicklungs-Ingenieuren von BMW gelang jedoch der Geniestreich, die erfolgreiche 2,0-Liter Vierzylinder Sportmaschine aus dem BMW 2002 um zwei Brennräume zu erweitern und daraus einen Sechszylinder-Motor zu schaffen. Der legendäre 2,3-Liter große Reihensechser, der später in den ersten 3er BMW (Baureihe E21) eingebaut wurde, war geboren.

Durch den Einbau dieses mächtigen Antriebes in ein kompaktes Auto, erlangten BMW-Fahrzeuge eine bis dato nicht dagewesene Fahrweise und Dynamik, die von der Konkurrenz vorerstmal nicht eingeholt werden konnte – die wahre „Freude am Fahren„!

Reihen-6er oder V6?

Ford V6 Autodrom
„Liebling, ich habe den Motor geschrumpft!“ – Der V6 aus dem Ford Capri sieht aus wie ein Miniatur-V8.

Zu Zeiten der ersten BMW-Sechszylinder, bot auch Ford welche an, jedoch nicht als Reihensechser, sondern in V-Anordnung. Die Motoren von Ford waren sogar um einiges günstiger als die von BMW – konnten aber aufgrund ihrer Bauweise nicht mit den seidigen Aggregaten von BMW mithalten. Technisch betrachtet sind V6-Motoren zwei zusammengefügte Dreizylinder, sodass kein Ausgleich der Massenkräfte stattfindet. Der Motorlauf wird nicht positiv beeinflusst, der Motor ist nur etwas kräftiger als ein Vierzylinder mit gleichem Hubraum.

Danke, Ford!

Durch die Kontruktion Fords konnte sich BMW das Alleinstellungsmerkmal frei drehender, harmonisch weich laufender Motoren mit sechs Zylindern in kleinen Autos wie den BMW E21 sichern. Schon damals sprach die Fach-Presse von „turbinenartiger Beschleunigung“ – ein Begriff, der sich über die Jahre in den Köpfen der Menschen fest mit den bayrischen Motoren-Werken verbunden hat. Wer schon einmal einen BMW-Sechszylinder mit Schaltgetriebe gefahren ist, merkt den Unterschied schnell: Während 4-Zylinder-Motoren sämtliche Vibrationen an das Getriebe weitergeben, überträgt der BMW-Sechszylinder seine Kraft nahezu vibrationsfrei. Der Schaltknauf bleibt ruhig und bewegt sich nicht – unabhängig davon, ob im Standgas oder im roten Bereich des Drehzahlmessers! BMW steht auch heute noch für die Dynamik von damals, sodass sich der Hersteller nun auch leisten kann, nach der jahrelangen MINI-Probe, nun auch BMWs mit Frontantrieb und Dreizylinder-Motoren auf den Markt zu bringen. Potenzielle Kunden stellen den dynamischen Charakter von BMW nicht mehr in Frage, sondern gehen einfach davon aus, dass es so ist – auch wenn einige Modelle wie der 2er Active Tourer technisch allen Traditionen aus dem Hause BMW widersprechen.

Auch optisch ein Leckerbissen

E39 523i Big Lady Motor Autodrom Magazin
Der M52-Motor läuft nach 16 Jahren wie am ersten Tag!

Ein weiterer, nicht zu verachtender Aspekt, wenn es um Motoren geht, ist die Optik der Maschine. V8-Motoren haben eine plumpe und grobe Optik, V6-Motoren sehen oft nur nach einem geschrumpften Achtzylinder aus und Vierzylinder wirken in den meisten Motorräumen von heckgetriebenen Fahrzeugen einfach verloren aus. Reihensechszylinder überzeugen in der Regel durch ihre stilvolle Eleganz im Motorraum: majestätisch, schlicht und elegant. Dr. Lange konkretisiert diese Ansicht:

„Ansaugbrücke, Luftfilter, Auspuffkrümmer – das alles muss mit Bedacht arrangiert werden, außerdem dürfen keine Leitungen und Schläuche über den Motor laufen…“

Doch damit nicht genug. In modernen Autos sieht man kaum noch etwas von der Mechanik.

„Die Motoren werden unter großflächigen Akustikabdeckungen versteckt. Der Extremfall ist Porsche, wo man beim Öffnen der 911-Motorhaube im Heck nicht auf den Motor, sondern schwarzes Plastik und zwei Einfüllöffnungen für Flüssigkeiten guckt.“

Ergänzt Lange und wirkt dabei nicht gerade glücklich: „Es tut mir weh…“ Die Glanzzeit der Motoren, die durch ihre frei atmende Bauweise, ohne Kompressoren oder Turbolader, aber auch durch ihre umwerfende Eleganz als mechanisches Kunstwerk glänzen können, scheint laut Karlheinz Lange vorbei zu sein.

Noch ist der Reihensechser nicht tot

BMW Sechszylinder Autodrom
Noch bietet BMW SechszylinderMotoren an – doch wie lange?

Muss man nun langsam Abschied nehmen von typischen BMW-Motor? Würde es weiterhin nach dem Verbrauch und den Herstellungskosten gehen, wäre das der Fall. Technisch wäre es problemlos möglich, kleinere Motoren mit sechs Zylindern zu entwickeln und zu bauen – sie würden jedoch nicht an die Sparsamkeit der Vierzylinder rankommen können. Des Weiteren ist die Reibung im Motor durch zwei weitere Zylinder zu hoch, um den Motor noch effektiv genug gestalten zu können. Wenn es nun rein nach den aktuellen und kommenden Abgasnormen und zu erfüllenden Verbrauchswerten geht, stirbt der Sechszylinder langsam aber sicher aus. Wir bezweifeln jedoch, dass sich BMW in den nächsten Jahren vollständig von ihrer Tradition löst, auch wenn die Motorformel „3=6“ zurzeit ein Revival sondergleichen erlebt.

Genießen, so lange es noch geht

Wer schon einmal einen 6-Zylinder aus dem Hause BMW gefahren ist, kann ein Lied von singen: Seidenweicher Lauf, entspanntes Hochdrehen und die perfekte Leistungsentfaltung. Dazu der Klang, der sich bei höheren Drehzahlen in ein heißeres Brüllen und Fauchen verwandelt. Und all‘ das soll nun ein Ende haben? Nein. Solange BMW neben den gewinnbringenden Vierzylinder-Modellen weiterhin den 3-Liter-Sechser im Programm hat, kann diese Motoren-Bauart nicht aussterben. Von was wir uns leider schon verabschiedet haben ohne es zu merken, sind die frei atmenden Saugermotoren von BMW. Aufgrund der aktuellen Richtlinien für den Schadstoff-Ausstoß, baut BMW in der Zwischenzeit nur noch Turbomotoren – unabhängig davon, ob es sich dabei um den 114i oder 340i handelt. Liebhabern der guten, alten BMW-Sechszylinder-Motoren sei eins ans Herz gelegt: Kaufen, solange der Markt was hergibt, preiswerte und gute E36, E39 oder E46 BMW, gibt es schon für wenige Tausend Euro. Zugreifen!


Anmerkung des Chefredakteurs

von Moschos Moschokarfis

Einfach mal unvernünftig sein

„Dieses Fauchen und Schreien, kombiniert mit dem Ansauggeräusch, dass sich aus den offenen Ansaugtrichtern  direkt ins Trommelfell bohrt…“

E39 523i Moschokarfis Autodrom
Überzeugt von den BMW 6-Zylinder-Motoren: Moschos Moschokarfis

Wenn es um Motoren-Konzepte geht, scheiden sich die Geister. V8-Motoren mit ihrem grolligen Brüllen mögen bei den meisten Auto-Fans für Gänsehaut sorgen, meine Favoriten waren jedoch immer Reihensechszylinder. Schon als Kind war der Sound der E36- und E46-M3 ebendieser Motorenklang, der mir die Haare zu Berge stehen ließ, der Klang, der mir ein breites Grinsen ins Gesicht zaubern konnte und der Klang, den ich mir schon damals für mein eigenes Auto gewünscht habe. Dieses Fauchen und Schreien, kombiniert mit dem Ansauggeräusch, dass sich aus den offenen Ansaugtrichtern  direkt ins Trommelfell bohrt ist für mich das Nonplusultra – Musik in meinen Ohren!

Günstiger Traumwagen

Renault Clio 1,2 16V Autodrom Magazin
Musste für den BMW weichen: Renault Clio.

Jahrelang habe ich mich zurückgehalten und auf die Stimmen um mich rum gehört, die mir sagten, dass alte Sechszylinder von BMW zu viel verbrauchen, zu viel Kosten und schlichtweg nicht zeitgemäß sind. Kurz vor meinem dreißigsten Geburtstag tauschte ich meinen alten, treuen Renault Clio gegen einen BMW E39 523i Touring, den ich liebevoll „Big Lady“ taufte – unter der Autodrom-Rubrik „Projekt BMW E39“ berichte ich darüber.

„Etwa vier Monate später mit dem Wagen, habe ich kein einziges Mal meine Entscheidung bereut.“

E46 Cockpit
Noch gibt es die Modell-Reihen E36, E46 und den 5er E39 günstig zu kaufen.

Jedes Mal, wenn ich in meinen BMW steige und den Anlasser betätige, freue ich mich wie ein kleines Kind. Ist der Motor dann auf Betriebstemperatur und ich kann ihn ausdrehen, höre ich wieder den gleichen Klangcharakter, den ich als Kind schon so liebte. Auch, wenn ich vorher viel über diese Motoren gelesen habe, sie schließlich zu erfahren und erleben zu können ist ein ganz besonderes Erlebnis.

Noch ist es nicht zu spät

Mein Tipp für alle, die den Klang und Charakter der traditionellen BMW-Sechszylinder lieben, ist schlichtweg: Kaufen! Es sind allesamt Fahrzeuge, die es wert sind erhalten zu werden. Dabei muss es nicht gleich das Modell mit der seltensten Farbe und der umfangreichsten Ausstattung sein – es geht schließlich um den Motor und das Gefühl, einen der letzten echten BMW-Reihensechser zu fahren. Also, zugreifen solange es noch geht!

E39 Youngtimer Foto Autodrom Magazin
Freude am Fahren garantiert!

Meinen E39 werde ich erhalten solange ich nur kann und es wird nicht mein letzter Sechszylinder aus München sein. Ein Traum wäre eine M20-Maschine in einem E30 oder E34 – mal sehen was die Zukunft noch bringt!

Über Moschos Moschokarfis 17 Artikel
Aus der Liebe zu Automobilen und der Leidenschaft fürs Schreiben heraus, gründete Moschos Moschokarfis das Autodrom-Magazin. Seine Fachgebiete dabei sind Youngtimer und Oldtimer aller Art, Motorsport, Recht und Gebrauchtwagen. Darüber hinaus, pflegt und verwaltet er die Online-Präsenz des Magazins und lektoriert alle Beiträge auf der Seite. In seiner Freizeit findet man ihn gern im Proberaum seiner Band Moe and the Thunderbolts oder am Steuer seines BMW auf den Landstraßen der schwäbischen Alb. Ist er dann doch mal Zuhause, liest er bei einem heißen Filterkaffee am liebsten seine Lieblings-Zeitschriften Motor Klassik, Youngtimer oder Auto Bild Klassik.

7 Kommentare

  1. Leider wird das aus für den Sechszylinder früher oder später kommen. Ich selbst kann mich glücklich schätzen einen E39 520i und seit neuestem einen E46 M3 fahren zu dürfen. So lange es für mich finanziell noch machbar sein sollte werde ich nicht vom Reihensechser abweichen.

  2. Servus miteinander,

    „Einfach mal unvernünftig sein“ finde ich die beste Aussage in diesem Artikel. Bei Oldtimern kann man immer mit „Wertsteigerung“ argumentieren, bei Youngtimern wird es eng. Als Autofanatiker ist ein entsprechendes Auto Pflicht und in der Zwischenzeit fahre ich ausschließlich Reihensechser aus bayrischem Hause, auch wenn ich nur warme Semmeln besorgen gehe.
    BMW hat schon immer solche Motoren gebaut und wird das auch weiterhin, leider ist aber mit der Einstellung des BMW M52/M54-Motors auch der letzte „echte“ BMW-Sechszylinder dahingeschieden.
    Herr Moschokarfis, ich wünsche mir dass Ihr Ratschlag befolgt wird und möglichst viele dieser wunderbaren bayrischen Fahrzeuge gerettet werden können. Auch auf Ihre Pläne mit E30 oder E34 klingen einfach fabelhaft!

    Servus aus München,
    Reußenberg Franz

      • Guten Tag Herr Müller,

        die M52/54-Triebwerke von BMW gelten aufgrund ihrer langen Haltbarkeit als die letzten „echten BMW-Reihensechszylinder„. Sie haben noch einen mechanischen Gaszug, durch den sich der Motor ehrlicher und direkter anfühlt. Die nachfolgenden Modelle wurden allesamt mit Drive-by-Wire (elektrisches Gaspedal) ausgestattet und hatten unter anderem Probleme mit der Steuerkette.

        Des Weiteren sind die aktuell verbauten Motoren sind allesamt Turbomotoren. BMW versucht zwar alles, um die Motoren trotz der Aufladung charakterlich möglichst „natürlich“ zu gestalten, Puristen schwören aber auf die guten, alten BMW-Sauger.

        Es ist der Ruf, der den alten Motoren nacheilt – was keineswegs bedeuten muss, dass die aktuellen Triebwerke schlecht sind. Wir empfehlen eine Probefahrt, dabei kann man die Unterschiede am besten erfahren und selbst entscheiden, was einem gefällt und was nicht. Alles andere ist graue Theorie.

        Ich hoffe ich konnte Ihre Frage beantworten!
        Herzliche Grüße aus dem schönen Reutlingen,

        Moschos Moschokarfis

  3. Großartiger Bericht der zeigt, dass die deutsche Motorpresse nicht nur Lobbyismus, sondern wahren Journalismus der alten Schule betreibt! Großartig geschrieben!
    Ich denke und hoffe dass wir von diesem Redakteur noch einiges hören werden, weiter so Herr Moschokarfis, Sie haben meinen vollen Respekt!

  4. BMW has a tradition in straight 6-cylinder engines for + 80 years. A 4-cylinder engene, regardless Diesel or Otto, can never be the same as a sixer. Not to talk about 3 cylinders. They are just ugly.
    I have driven 6 cylinders since +40 years and, naturally , a number of 4 cylinders but the turbine-like sound and feelling from 6 cylinders is unbeatable. That includes my pre-war engines.
    I pray. Let the six cylinders stay and discontinue V8 nand V12.

  5. Ja, wir verlieren uns immer in guten alten Zeiten, aber wie weit wollen wir den nach hinten schauen? Zur Dampfmaschine oder Pferdekutsche oder Höhle…
    BMW hat mit den 4 Zylindern 2 Ventiler im E46 mit den eingesetzten (druntergebauten) Ausgleichswellen bewiesen das man mit entsprechender Technik auch einen 4Zylinder sehr sanft machen kann, nicht zu vergessen das der M10 seinerzeit schon für turbinenartigen Lauf bekannt war.
    Ich denke aber auch nicht das man den 6 Zylinder ganz abschaffen kann und wird, denn es gibt ja auch noch größere Motoren V8 und V12 und Downsizing macht man ja eher von oben nach unten anstatt aus der Mitte heraus.
    Was die heutige Technik anbetrifft, also Turbo und allerlei Dinge zur Abgasreinigung, so müssen wir uns dem Fortschritt beugen, denn mit den Emissionen und dem Verbrauch die ein M30 im E3 hatte wollen wir heute ja auch nicht mehr leben müssen.

    Von daher sehe ich positiv in die Zukunft.

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